EDITORS | IN THIS LIGHT AND ON THIS EVENING
Es wird herbstlich bei den EDITORS. Aus frischem Weißwein, der entspannt die Kehle runterflutscht, ist auf „In This Light And On This Evening“ ein schwerer Rotwein geworden, nicht drum kümmernd, ob dieser eigenwillige Brocken seine Konsumenten findet. Denn die EDITORS haben auf ihrem dritten Album nicht das getan, was man von ihnen vielleicht erwartet hätte (glatter Indie-Mainstream), sondern das, worauf sie Lust hatten. Eine künstlerisch begrüßenswerte Eigenständigkeit, die zum Teil verstört. Denn über „In This Light...“ hängt wie ein Damokleschwert ein düsterer 80er-Nebel aus bedrohlichen Synthies und zum Teil verstörenden Beats („In This Light And On This Evenening“).- Joy Division, manchmal auch Depeche Mode sind unterschwellig immer mal wieder stille Teilhaber. Dann aber wieder haben die EDITORS um Bariton Tom Smith so großartige Momente, dass es einem mitunter die Sprache verschlägt („Bricks And Mortar“, „Like Treasure“). Diese sind auf den ersten Blick rar gesät, doch wer den neun Songs mehr als einen Hördurchlauf gönnt, wird mehr entdecken, auch wenn man es hier sicher nicht mit einer Hit-Maschine zu tun hat.
Es gibt wenige Alben, die durchweg eine solch dichte Atmosphäre erzeugen, einen reinziehen. Das haben die EDITORS auf „In This Light...“ perfekt hinbekommen. Das kann mitunter anstrengend werden und hat wenig mit im Hintergrund dahinplätscherndem Mainstream zu tun. Obs einem nun passt, oder nicht.
    von 7
13.10.09 :: MICHA |